Reisen / Travel

Italy in a nutshell: Das Renaissancestädtchen Urbino

Mit dem Zug nach Mailand, von Mailand nach Bologna, von Bologna nach Pesaro und von Pesaro mit dem Bus ins Landesinnere: So erreichte ich Urbino vor einigen Tagen. Von einem Vortrag und Workshop in Zürich kommend, musste ich direkt am nächsten Morgen um 7 Uhr weiterreisen, um acht Stunden später wenigstens zur Halbzeit der Konferenz in Urbino einzutreffen, zu der ich eingeladen worden war.

Train to Milan, from Milan to Bologna, from Bologna to Pesaro and from Pesaro to Urbino by bus: this was my eight hours journey from Zurich to Urbino, or rather from one invited lecture to another.

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Blick aus dem Fürstenpalast von Urbino. / View from the palace of Urbino.

Nach dem hektischen Trubel am Mailänder Bahnhof atmete ich schon in Pesaro Kleinstadtluft. Ein ruckeliger Bus fuhr mich von dort aus über geschwungene Straßen durch grüne Landschaften, bis ein dicht mit geziegelten Häusern besetzter Hügel sich vor mir erhob. Von der Bushaltestelle San Giovanni oder Porta Lucia kann man mit dem Aufzug hoch in die Altstadt Urbinos fahren.

Coming from Milano Centrale, Pesaro already was quite relaxing; from there, a bus brought me inland, passing beautifully green landscapes. The brick-coloured historic city centre of Urbino lies on a hill that can be accessed by elevator from the bus stop San Giovanni or Porta Lucia.

Das winzige Städtchen atmet Renaissance-Flair: die meisten Gebäude stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, wie auch der Fürstenpalast (Palazzo Ducale) mit der Galleria Nazionale delle Marche, einer bedeutenden Sammlung italienischer Renaissancekunst mit Werken z. B. von Piero della Francesca und Raffael (Raffaello Santi, Raffael da Urbino), dem berühmtesten Sohn der Stadt.

Urbino is a renaissance city that has preserved most of its 15th and 16th century buildings. Its palace (Palazzo Ducale) hosts the Galleria Nazionale delle Marche, a remarkable collection of Italian renaissance art with works by e. g. Piero della Francesca and Raffael (Raffaello Santi, Raffael da Urbino), the town’s most famous son.

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Palazzo Ducale, Innenhof. / Courtyard.

Erbauen ließ den Palast im 15. Jahrhundert Herzog Federico da Montefeltro, ein großer Kunstliebhaber und -förderer. Künstler wie Giovanni Santi, der Vater Raffaels, wirkten an seinem Hof. Die Wände und Türen des weitläufigen Palastes tragen historische Graffiti aus über 500 Jahren; sie waren (Überraschung!) das Thema der Konferenz, zu der ich als Rednerin eingeladen war. Federicos Arbeitszimmer (studiolo) ist ein einziges Kunstwerk hölzerner Intarsienarbeit. Lediglich das etwas später entstandene Studiolo in seinem Palast in Gubbio kommt dem an künstlerischer Feinarbeit gleich.

The palace was constructed under prince Federico da Montefeltro who was a great art enthusiast and sponsor. Artists like Giovanni Santi, raffael’s father, worked for him. The walls and doors of the palace bear historic graffiti from five centuries. They were the topic of the conference (surprise!) to which I was invited as a speaker. Federico’s study room (studiolo) consists of incredible wooden inlay works, and he had another such room in his palace in Gubbio.

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Beschriebene Säule. / Column with incised graffiti.

Die Università degli Studi di Urbino „Carlo Bo“ wurde 1506 gegründet, ist jedoch erst 2003 benannt worden nach einem ihrer Rektoren, Carlo Bo (Rektor 1947-2001). Laut Wikpedia hat Urbino mehr Studierende (22.000) als Anwohner (15.000); viele Studierende, und auch die Dozenten, die ich auf der Konferenz zu den Graffiti im Fürstenpalast kennengelernt habe, wohnen in Bologna oder anderen umliegenden Großstädten und pendeln nach Urbino.

The Università degli Studi di Urbino „Carlo Bo“ was founded in 1506 but named only very much later after Carlo Bo, principle 1947 to 2001. According to Wikipedia, Urbino has more university students (22,000) than inhabitants (15,000); many students and the colleagues I met at the graffiti conference live in Bologna or other cities around and comute to Urbino.

Urbino ist einen Besuch wert, wenn man italienische Geschichte, verbunden mit malerischen Aussichten und charmanten Lokalen genießen möchte. Allerdings ist das Renaissancestädtchen auf seinem Hügel sehr überschaubar (und schlecht mit dem Auto befahrbar) – es lässt sich deshalb am besten mit einem Besuch am Meer oder in Bologna verbinden.

Urbino is worth a visit for its renaissance history, scenic views, and its charming restaurants. It is, however, very little (and difficult to access by car), and a stay there might better be combined with a trip to the sea or to Bologna.

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