Archäologie / Archaeology

12 Monate rund ums Mittelmeer, einfach so?

Nicht ganz. Letzte Woche wurde sieben KollegInnen und mir das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) verliehen. Die Auszeichnung wird seit 1859 an Nachwuchswissenschaftler verliehen, die in Deutschland promoviert haben. Mit dem Stipendium kann man, wie der Name bereits zu erkennen gibt, auf Reisen gehen – und zwar ein halbes oder ganzes Jahr lang. Es dient der eigenen Weiterbildung im Fach ebenso wie der Horizonterweiterung außerhalb des zeitlichen und geografischen Rahmens der eigenen Disziplin. Bewerben können und sollen sich nicht nur Klassische Archäologen, sondern auch Vertreter anderer Archäologien (z.B. der Vorderasiatischen Archäologie, der Ägyptologie, der Ur- und Frühgeschichte u.a.) sowie der Alten Geschichte und der Bauforschung. Bewerbungsvoraussetzung: Die Doktorarbeit muss man mit 30 abgeschlossen haben.

Das DAI mit Zentralsitz in Berlin untersteht als Forschungs- und Kultureinrichtung dem Auswärtigen Amt; es unterhält Abteilungen in Rom, Athen, Madrid, Kairo und Istanbul, besitzt Außenstellen in Teheran und Peking und seine Projekte reichen von Deutschland bis in die Mongolei, von Russland bis nach Äthiopien. Wo Außenstellen in Damaskus oder Sana’a aus politischen Gründen ihre Arbeit vor Ort haben aufgeben müssen, gibt es neue Lichtblicke wie das Irakisch-Deutsche Zentrum für Archäologie und Assyriologie in Bagdad, das das DAI letzte Woche zusammen mit der Universität Bagdad gegründet hat.

Sehr viele der Emeriti und jetzigen Lehrstuhlinhaber in Klassischer Archäologie haben einmal das Reisestipendium innegehabt. Und weil es eine so traditionsreiche Einrichtung ist, wird man nicht einfach so in die weite Welt hinausgeschickt: Das DAI verwahrt die Reiseberichte und Ratschläge der ehemaligen Stipendiaten und gibt sie an die Nachkömmlinge weiter. Für diese Insidertipps ist man sehr dankbar, wenn man plötzlich die Reiseroute für ein ganzes Jahr planen soll: Wie reisen, wo günstig unterkommen, welche historischen Stätten besuchen und über wen auf’s Grabungsgelände gelangen? Das sind die Fragen, denen ich mich in den nächsten Monaten widmen darf. Und im Oktober geht es dann los auf die große Tour, über die ich hier regelmäßig berichten möchte und die ich mit meiner Mitstipendiatin Zsuzsi, streckenweise auch zusammen mit mehreren anderen Stipendiaten, plane.

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