Archäologie / Archaeology

Projekt „Archäologie mit Rucksack und Rad“

Muss man alles mit dem Auto machen? Oder geht es auch anders? Das Experiment.

Seit Oktober 2017 sind meine Freundin und Kollegin Zsuzsi und ich als Reisestipendiatinnen des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) für 12 Monate mit Rucksack, Rad und öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs rund ums Mittelmeer. Mit dem Reisestipendium dürfen ausgewählte junge ForscherInnen ein halbes oder ganzes Jahr lang die archäologischen Stätten Europas, Nordafrikas und des Nahen und Mittleren Ostens bereisen: zum Zweck der fachlichen Weiterbildung, aber auch, um mal über den eigenen Tellerrand, in andere Länder, Kulturen und historische Epochen zu schauen.

Zsuzsi und ich kennen uns seit 2013: drei Jahre lang haben wir beide an der LMU München geforscht und gemeinsam auch die stressige Endphase der Doktorarbeit überstanden. Zusammen waren wir schon in den steinigen Teilen des Iran, im Großstadtdschungel von New York und haben uns in unserem parallelen Forschungssemester durch die Bibliotheken von Oxford und Cambridge gekämpft. Uns verbindet die Begeisterung für die Archäologie, die gleichzeitig Hobby und Beruf ist – und natürlich die Vorfreude auf die große Tour!

In october 2017, my colleague and friend Zsuzsi and I started travelling around the Mediterranean for one year, as travelling scholars of the German Archaeological Institute (DAI). The ‚Travel Scholarship‘ allows selected early-career scholars to visit the archaeological sites of Europe, Northern Africa, the Near East and the Middle East for 6 or 12 months. It is meant to enhance your knowledge of the ancient world but also lets you explore places, societies and past eras that have not explicitly been part of your studies.

Zsuzsi and I have known each other since 2013: We were colleagues at LMU Munich for three years where we have gone through blood, sweat and tears together, working on our PhD dissertations; we have travelled through dusty Iran and battled our way through the urban jungle of NYC together; we have spent six months in England, combing the libraries at Oxford and Cambridge. We share our passion for archaeology, which is both our hobby and our profession – and we are incredibly excited about the big trip!

Zsuzsi

Für das Reisestipendium kaufte man sich früher klassischerweise einen gebrauchten VW-Bus und fuhr damit entweder im oder gegen den Uhrzeigersinn ums Mittelmeer herum. „Links- oder rechtsrum?“, lautete die Standardfrage. Wir starten linksrum: mit Südfrankreich, Spanien, Portugal, Marokko und Tunesien – allerdings mit einer Tour der etwas anderen Art: ohne Auto.

Aktuell sind etliche Länder auf der Mittelmeerroute aus politischen Gründen nicht bereis- und passierbar: Algerien, Libyen, Syrien; auch von anderen Regionen, wie z. B. der Sinai-Halbinsel und dem Grenzübergang von Ägypten nach Israel wird abgeraten. Die Hälfte des Stipendiengeldes in ein Auto zu investieren, mit dem wir spätestens in Marokko umkehren oder langwierige und teure Fährüberfahrten organisieren müssen, scheint uns wenig sinnvoll, zumal wir beide keine Autofahrerinnen sind. Das heißt, wir besitzen zwar einen Führerschein, aber weder Fahrpraxis noch Leidenschaft.

Travelling scholars traditionally buy a used mini bus and drive around the Mediterranean Sea, either clockwise or counterclockwise. „To the right or to the left?“, is the  usual question. We start to the left: Southern France, Spain, Portugal, Morocco, Tunisia – but without a car.

Several countries along the route are impossible to pass at the moment for political reasons: Algeria, Libya, Syria; other regions, like the Sinai Peninsula and the border between Egypt and Israel, are not recommended. We therefore did not want to invest half of our budget in a car with not being able to get past Marocco in it. But there is another reason: We are neither experienced nor passionate car-drivers.

 

Polly

Die ersten drei Monate von Südfrankreich bis Tunesien mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen, war für uns eine naheliegende Idee: Man kann größere Etappen mit Zügen und Bussen zurücklegen, hat vor Ort aber trotzdem ein eigenes, unabhängiges Verkehrsmittel für kleinere Strecken dabei. Und wo wir gar nicht mehr weiterkommen, können wir die Fahrräder im Flugzeug mitnehmen. Ob das alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen, wird die Zeit zeigen. Für uns ist das ein Experiment: Muss man alles mit dem Auto machen? Oder geht das Reisestipendium auch anders? Drückt uns die Daumen, dass unsere Drahtesel uns sicher an unsere vielen Ziele bringen. Unsere archäologischen Abenteuer könnt Ihr hier mitverfolgen. Wir freuen uns, wenn Ihr unsere Reise begleitet.

Wer Ungarisch versteht, kann auch Zsuzsis Blog verfolgen: http://reisestipendium.blog.hu/2017/10

To do the first three months of the trip by bike was an obvious choice for us: You can travel large distances by public transport, while being flexible on-site with your own vehicle for shorter tours. Where there are no other options left, you can still take your bike on the plane. Time will tell if our plans work out. For us, it is the test if you have to do everything by car, or if it is also possible to do the Travel Scholarship by bike and public transport. Keep your fingers crossed for us and our bikes! You can follow our tour on this blog. We are happy to share our archaeological adventures with you.

For who understands Hungarian, there is also Zsuzsi’s blog: http://reisestipendium.blog.hu/2017/10

DieRadelndenReisestipendiatinnen

12 Kommentare

  1. Hallo ihr zwei, wenn ihr im November an sevilla vorbei kommt, dann meldet euch mal. Wir haben dort die Herbstkampagne unseres Projektes und immer ein Plätzchen im Haus frei. Mehr Info per privater email. Viel Spaß. Anja

    Gefällt 1 Person

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