Archäologie / Archaeology Reisen / Travel

Mit Bahn und Bike Richtung Burgund

Wir sind erst eine Woche unterwegs und es fühlt sich so an, als hätten wir jetzt schon mehr erlebt als in den vergangenen zwölf Monaten zu Hause, in Heidelberg/Deutschland. Die Idee, mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln gesund und ökologisch zu reisen, Länder „von innen“ kennenzulernen und näher an ihren Menschen zu sein, hat sich jetzt schon gelohnt. Beide sind wir Alltagsradlerinnen, aber keine erfahrenen Tourenfahrerinnen, deshalb lernen wir jeden Tag dazu, das ist Teil unserer Reise. Und da wir noch sehr vorsichtig mit unseren geliebten Rädern sind und Angst vor Fahrraddieben haben, hatten wir die ersten Tage mit Couchsurfen vorausorganisiert.

It is only one week that we have been on tour now, but it feels as if we had already experienced more than during the whole past year at home in Heidelberg/Germany. Our idea to travel eco-friendly and healthy by bike and public transport in order to really feel and experience the countries we visit, and to get in touch with people has already paid off. Both of us ride our bikes to work every day, but we are no experienced bike travelers, so we are learning day by day. Being still a bit paranoid about our beloved bikes and equipment getting stolen, we couchsurfed the whole first week.

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Morgendliche Ausfahrt. // Morning ride in Burgundy.

Am 1. Oktober haben Zsuzsi und ich uns in Straßburg getroffen, um von dort unsere gemeinsame Tour zu beginnen. Zsuzsi kam mit dem Rad per Flixbus, ich wurde von meiner Familie aus Heidelberg mit dem Auto gebracht. In Straßburg tranken wir einen letzten gemeinsamen Kaffee im sympathischen „Café Vélo“, das den symbolischen Startpunkt der Reise für Zsuzsi und mich markierte.

On the 1st of October, Zsuzsi and I met in Strassburg to start our one year travelling scholarship. Zsuzsi had come from Munich with her bike by Flixbus, I had been taken there by my family from Heidelberg by car. The first place we found to have one last coffee together with my family before saying goodbye carries the name “Café Vélo”, so we felt comfortable immediately. From this symbolic place we started the trip.

Nach einem gemütlichen Spaziergang durch die malerische und sehr überfüllte Altstadt Straßburgs ging es nach Besançon (das römische Vesontio), wo wir bei Eva, der Cousine von Zsuzsis Schwägerin – also quasi Familie – übernachten durften. Zsuzsi hat sehr viele ungarische Kontakte auf der ganzen Welt, was für unsere Reise sehr hilfreich ist. Eva hat uns bei Abreise sogar noch heroisch in letzter Sekunde den Fahrradhelm zum Zug gebracht, den Zsuzsi hatte liegenlassen, während der Schaffner sich gutmütig überzeugen ließ, die Abfahrt des Zuges um einige Minuten zu verschieben, bis Eva mit dem Helm am Bahngleis aufgetaucht war.

After a nice stroll through the beautiful but crowded old city center of Strassburg, we proceeded to Besançon (Roman Vesontio) by train where we spent the night at the place of the cousine of Zsuzsi’s sister-in-law Eva – so there is some more or less clear family connection. Zsuzsi has a lot of Hungarian connections all over the world which is great for a trip like ours. Eva even managed to heroically hand over the bicycle helmet in the last minute that Zsuzsi had forgotten, while Eva’s friend convinced the friendly train crew to make our train depart some minutes later in order to await Eva’s return with the helmet.

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Besançon, Porte Noire.

Besançon selbst ist ein sehr hübsches Städtchen, auch wenn es für uns außer der römischen Porte Noire und einem englischen Garten im Stile des 19. Jahrhunderts mit Überresten eines römischen Theaters und einer Wasserleitung archäologisch nicht viel zu sehen gab, da das Musée des Beaux Arts geschlossen war.

Besançon itself is a very cute town, even though there was not that much to see for us apart from the Roman Porte Noire and a 19th century English style garden with the remains of a Roman theatre and a water pipe, as the Musée des Beaux Arts was closed due to renovation.

Unsere Fahrräder hatten ihren ersten echten Einsatz auf einer kurzen, aber sehr hügeligen Strecke mit fiesen Steigungen Richtung Autun (das römische Augustodunum), dem zweiten malerischen Städtchen unserer Reise. Dort kann man zwei römische Stadttore, die mittelalterliche Stadtmauer auf den Fundamenten ihres römischen Vorgängers, das Theater und einen sogenannten Ianus-Tempel besichtigen, der wohl kein Ianus-Tempel war. Als Reise-Leckerli gab es für Zsuzsi als Ägyptologin außerdem die Ruine einer Pyramide, die vielleicht ein Grabmonument war wie die bekannte Cestius-Pyramide in Rom. Abends nahm uns unser freundlicher Gastgeber Gaetan mit zum Croix de la Liberté, von wo aus wir bei einem Bier den Blick über das nächtlich-erleuchtete Autun genossen.

We actually began biking with a short but hilly distance to Autun (Roman Augustodunum), an equally beautiful town that still bears two Roman city gates, medieval walls on the foundations of their Roman predecessors, and a so-called Temple of Ianus (which probably was not a temple of Ianus). For Zsuzsi, who is an Egyptologist, there were also the pyramidal remains of what might have been a funerary monument, like the famous pyramid of Caius Cestius in Rome. Our relaxed host Gaetan took us out at night to enjoy the view of the city over a beer from the Croix de la liberté.

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Autun, Porte d’Arroux.
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Autun im Morgengrauen. // Early morning view of Autun.

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