Archäologie / Archaeology Reisen / Travel

Römisches und Romanisches rund um Lyon

In dem Dörfchen Santilly profitierten wir von einer komfortablen Unterkunft in dem großzügigen Landhaus der ehemaligen Heidelberger Martin und Angelika; auf einer Radtour besichtigten wir die romanische Kirche von Chapaize und machten einen spontanen Abstecher in das mittelalterliche Städtchen Saint Gengoux, in dem zu Zsuzsis Begeisterung schwarze Katzen malerisch vor der Kamera posierten. Auf dem Weg nach Lyon mit Bus und Zug fielen unsere Räder am Bahngleis im Domino-Effekt beide um, woraufhin ich Teile unseres Hab und Guts im Gleisbett hektisch wieder zusammensuchen musste. Wie aus dem Nichts erschien aber eine freundlich helfende Hand, die sich als der Lokführer entpuppte; er half uns auch beim Ausstieg in Lyon und bot mir sogar an, ein Foto von mir im Cockpit zu machen, was wirklich ein Highlight nach all dem Adrenalin-Ausstoß war.

In the village of Santilly, we took advantage of the beautifully renovated country house of the former Heidelbergers Martin and Angelika and made a little bike tour the Romanesque church at Chapaize and the medieval town of Saint-Gengoux, where Zsuzsi was enthusiastic to discover many black cats strolling through the tiny streets. Continuing to Lyon by bus and train, our bikes fell over on the platform; while I was hectically trying to find Zsuzsi’s equipment between the train wheels, the train driver calmly got off his cabin and helped us carrying everything inside. He came back to help again when we had to get off the train at Lyon and even offered me to take a photo inside the driver’s cab, which was definitely a highlight after all that stress.

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Morgendliche Tour in Burgund. // Morning ride in Burgundy.

Auch für Lyon (Lugdunum) war Zsuzsi fleißig gewesen und hatte uns die Unterbringung bei Freunden einer Freundin organisiert, wo wir uns ein bequemes Doppelbett teilten und sogar Wäsche waschen konnten. Im Gegenzug bekochten wir Jean-Michel und seine Familie mit einem „deutschen“ (bzw. nach Polly-Art) und einem ungarischen Abendessen, obwohl wir mit der Besichtigung der römischen Theaters, des Amphitheaters, des eindrucksvollen Musée Gallo-Romain und Musée des Beaux Arts lange Tage hatten.

At Lyon (Roman Lugdunum), we were happy to be able to stay for three nights at friends of a friend of Zsuzsi, sleep in a large and comfortable double bed and do some washing. We showed our gratitude by cooking German (or rather Polly-style) and Hungarian dinners for our hosts after long days visiting the Roman theatre(s), amphitheatre, the impressive Musée Gallo-Romain and Musée des Beaux Arts of Lyon.

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Lyon Saône riverside.

 

Kollege Benjamin Clément führte uns in Vienne (Vienna) über seine neue Grabung, die als das „kleine Pompeji” Frankreichs bzw. Galliens vor einigen Monaten durch die Presse ging. Das Areal im Stadtteil Sainte-Colombe an der Rhône beherbergt reiche Überreste römischer Wohnhäuser wie der „Maison du Bacchanale“ mit sehr qualitätvollen Mosaiken, Metall- und anderen Funden, die durch einen Brand unter einem Zerstörungshorizont konserviert wurden. Vienne war in römischer Zeit größer als Lyon, und der Tempel für Augustus und Livia in der Innenstadt ist ebenso imposant wie die Maison Carée in Nîmes. Für Zsuzsi gab es die zweite Pyramide der Reise: ein Überrest aus dem römischen Zirkus von Vienne.

Local archaeologist Benjamin Clément gave us a tour through his excavation at a site that a few months ago has become famous as the “little Pompeii” of France/Gaul. This area close to the river Rhône, in the quarter Sainte-Colombe of Vienne (Vienna) bears several Roman houses close to a public building complex, like the “Maison du Bacchanale” which contains beautifully preserved mosaics and metal remains of furniture conserved under a destruction layer caused by a fire. Vienne must have been bigger than Lyon in Roman times, and the temple of Augustus and Livia in the city centre is as impressive as the Maison Carée in Nîmes. For Zsuzsi there was another pyramide, this time from the Roman circus.

Was mich jedoch in dieser ersten Woche am meisten beeindruckt hat, sind die französische Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Als Zsuzsi an einer Treppe strauchelte, unterstützte eine zartgliedrige Frau sie beim Hochschieben des vollbeladenen Fahrrads; ein älteres Pärchen half, unsere Taschen in den Zugwaggon zu heben, weil wir in Zeitnot waren; der bereits erwähnte Schaffner in Besançon nahm eine Verspätung des Zuges in Kauf, damit Zsuzsi ihren Helm wiederbekommen konnte, den sie im Haus unserer Gastgeber vergessen hatte. Außerdem haben wir Pauline kennengelernt, die gerade von einem viermonatigen Fahrradtrip alleine vom Schwarzen Meer nach Frankreich zurückkam und praktische Tipps an uns weitergeben konnte. Aber der Gipfel der Nettigkeit war der Zugführer, der seine Fahrerkabine verließ, um uns beim Ein- und Ausladen zu helfen und mich sogar noch für ein Foto posieren ließ. Wahrscheinlich hilft es, dass wir zwei Frauen alleine mit schwerbeladenen Fahrrädern sind; trotzdem waren wir sehr positiv überrascht von den vielen helfenden Händen, interessierten Nachfragen und netten Gesprächen dieser ersten Woche. Dankeschön dafür!

What impressed me most during this first week, however, was the kindness and helpfulness of the people we met. When Zsuzsi struggled to carry her loaded bike up the stairs, a slender young lady supported her; an older couple helped us getting all our stuff into the train when there was only one minute left till departure; the already mentioned train staff at Besançon accepted the delay of the train for Zsuzsi who had left her bicycle helmet at our hosts’ house. We also got know Pauline, a woman who just came back from a four months solo bike trip from the Black Sea to France and shared great practical tipps with us. But probably the most curious and welcome incident was the train driver who calmed us down by helping us putting our luggage and bikes into his train and even offered a little photo session. I guess, two women with heavily loaded bikes are not a common occurrence and this certainly plays a role, but in general, people here seem to very open and attentive toward travelers which made us feel very comfortable and welcome. Thank you!

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