Reisen / Travel

Zaragoza und Calatayud

Der Name Zaragoza kommt von dem ehemaligen lateinischen Namen der Stadt, Caesaraugusta. Im heutigen Stadtzentrum kann man etliche römische Baudenkmäler wie das Theater, die Thermen, Teile des Hafens und des Forums besichtigen; sie sind jeweils in ein kleines Museum eingebettet, das vor allem im Fall des Theaters mit Modellen und Rekonstruktionen didaktisch sehr gut aufbereitet ist. Das Forum liegt heute unterirdisch, unter dem Laufniveau der Placa del Pilar mit der Basilica de Nuestra Señora del Pilar; im Westen des Platzes sind auch noch Teile der Stadtmauer zu sehen. In jedem Museum wird eine kleine Filmdokumentation gezeigt, zu deren Abschluss eine animierte Statue oder ein im Museum ausgestelltes Objekt zu den Zuschauern spricht – eine nette Idee, beim dritten und vierten mal allerdings dann doch nicht mehr ganz so originell.

The name Zaragoza derives from the former Latin name of the city: Caesaraugusta. Zaragoza hosts several Roman monuments that have been transformed into little museums, such as the theatre, baths, parts of the harbour and the forum. The theatre is especially well illustrated with reconstructions and models to explain technical details of the building and the functioning of the stage. The Roman forum is situated underneath the pavement of the present-day main square Placa del Pilar with the Basilica de Nuestra Señora del Pilar. On the western end of the square, remains of the city wall still exist. Each of the museums features a little documentary, ending with an animated statue or object on display speaking to the audience which is a funny idea but tiring after some time as it reappears on every site.

Einige (antike und spätere) Sehenswürdigkeiten in Zaragoza. // Some (ancient and later) monuments at Zaragoza.

Von Zaragoza aus haben wir eine Tagestour ins römische Bilbilis gemacht, das man von Calatayud aus gut mit dem Fahrrad erreichen kann. Bilbilis war die Geburtstadt des römischen Dichters Martial, den man vielleicht durch seine frechen, oft zotigen Epigramme kennt. Auf einem besonders steilen Stück Weges nach Bilibilis feuerten uns einige spanische Soldaten, die offenbar gerade auf Geländeübung waren, im Vorbeirennen an. Obwohl Ende Oktober, hatte es 30°C in der Sonne, und die uns umgebende Landschaft flimmerte wüstenartig. In Bilbilis konnten wir dafür triumphierend an einer Kette vorbeiradeln, die Autofahrern den Weg bis zum Grabungsgelände versperrt. Manchmal haben die Räder doch auch ihr Gutes… Eine recht wohlgenährte Familie kapitulierte dagegen auf dem Parkplatz angesichts der ihr noch bevorstehenden 200 m Fußweg.

From Zaragoza, we made a day-trip to the ancient Roman town Bilbilis which can be reached by bike from present-day Calatayud. Bilbilis was the hometown of the Roman first century poet Martialis whom you might know for his often cheeky, sometimes obscene epigrams. When cycling to the site, we passed some Spanish soldiers who apparently were doing a field exercise and were cheering us on an uphill section of the road. It was 30°C in the sun on that day at the end of october, and the surrounding landscape looked desert-like. In Bilbilis, a quite well-fed family failed to make the last bit up to the actual archaeological site as they would have had to leave their car on a parking space some 200 m away. We elegantly passed the chain that prevents cars from continuing on the road while secretly boasting about the rare advantages of being by bike and not by car.

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Sometimes it’s good to be by bike.
Archäologische Ausgrabung von Bilbilis. // Archaeological site of Bilbilis.

Abgesehen von Bilbilis hat sich auch der Besuch in Calatayud mit seinen hübsch-bunten, schmalen, sehr schrägstehenden Häuschen gelohnt; in der Stadt gibt es mehrere Bauten im Mudejarstil, der sich an Dekor und Bauformen der islamischen Architektur anlehnt, sich aber in der Zeit nach der islamischen Eroberung (bzw. nach der Rückeroberung Spaniens) entwickelte. Das Castillo de Ayub oberhalb der Stadt ist als Bau des 9. Jh. n. Chr. eine der ältesten islamischen Festungen der iberischen Halbinsel. Im recht schicken archäologischen Museum der Stadt kann man qualitätvolle Wandmalereien und andere Funde aus Bilbilis sehen.

Apart from ancient Bilbilis, also the cute town Calatayud is worth a visit. Its chic archaeological museum hosts, among other things, beautiful wall-paintings from Bilbilis. The centre of the town consists of many very tall, narrow, colourful and skew houses, and there are buildings in Mudejar-style, which is a style from the time after the Islamic conquest of the 8th century AD, when Spain had already been reconquered, but still based on muslim traditions. The Castillo de Ayub from the 9th century AD is one of the oldest existing Islamic castles on the Iberian peninsula.

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View from the Castillo de Ayub.
Calatayud mit dem Castillo de Ayub. // Town centre of Calatayud and Castillo de Ayub.

In Zaragoza bewohnten wir das Dachzimmer eines 450-Betten-Hostels, in dem die Wlan-Verbindung so schlecht war, dass wir die meiste Zeit im Gemeinschaftsraum mit angeschlossener Küche im Erdgeschoss verbrachten. Immerhin war es dort relativ ruhig, weil bis auf einen älteren Mann, der dort mittags einsam seinen Wein schlürfte, niemand die Küche benutzte. Nachts gab es dagegen laute Live-Konzerte im Keller des Hostels, aber irgendwie waren wir zu müde, um uns unter die Horden betrunkener Teenager zu mischen. Als Zsuzsi zu einem Vorstellungsgespräch per Skype eingeladen wurde, bot der Rezeptionist ihr dafür den Partykeller an. Wir observierten den schlecht beleuchteten Raum und seine alkoholklebrigen Wände bei Tag und entschieden uns dagegen; Zsuzsi konnte schließlich doch noch ein leeres Hostelzimmer für das Gespräch erkämpfen, wo immerhin nur die Stockbetten im Hintergrund zu sehen waren.

In Zaragoza, we stayed in a hostel with 450 beds, being banned to a room on the top floor where the wifi connection was very week, so we mostly ended up hanging out in the common room where we were also able to prepare some instant noodles. As almost no one else, apart from a middle-aged man drinking wine alone and staring around, was using the kitchen facilities, it was relatively quiet there. At night, there always were concerts in the basements of the building, with lots of drunk young people, but we felt tired and somehow awkwardly wrong there. When Zsuzsi got invited for a job interview on Skype, the hostel receptionist offered her to do it in the basement, but after having observed the filthy walls and poor light conditions, we decided against it. Zsuzsi fought to get access to another place and was finally allowed to do the interview from a bedroom with working internet; the bunk beds formed an at least slighty more beautiful background than the party room.

2 Kommentare

  1. Hallo, ihr lieben Globetrotter! Da habt ihr mal wieder eine abenteuerliche Reise erlebt. Überfüllte Hostels wäre für mich nicht gerade ein Vergnügen. Aber wenn man jung ist und sich noch auf dem Fahrrad fortbewegen kann, dann empfindet man selbst ein Pfeifen und Aufmunterung von Soldaten als ein Kompliment. Interessant war auch über den Ursprung des Ortsnamens von Zaragosa zu lesen. Weiter viel Glück und schöne Erlebnisse auf eurer Reise durch den Mittelmeergebiet!

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