Reisen / Travel

Südfrankreich bis Tunesien: Die kleinen und großen Freuden des Bikepackings

Zsuzsis und meine Tour von Südfrankreich durch Spanien nach Marokko und Tunesien mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln war eine einzigartige Erfahrung: eine Erfahrung, die ich ohne das Reisestipendium nicht gemacht hätte – und wenn Zsuzsi nicht genauso von dieser Idee überzeugt gewesen wäre. Das Reisestipendium auf diese Weise durchzuführen war genauso wunderbar und spannend wie anstrengend. Würde ich dieselbe Entscheidung wieder treffen? Defintiv! Nächstes Mal würde ich ausschließlich radeln, aber für unsere Reise war dieser Weg der richtige, und er hat uns viele tolle Menschen und witzige Situationen beschert.

Zsuzsi’s and my trip from France via Spain and Morocco to Tunisia by bike and public transport was a truly unique experience – an experience that I wouldn’t have made without this scholarship, and that I wouldn’t have made if Zsuzsi hadn’t been equally convinced of the idea. Doing the travelling scholarship in a different way was beautiful, and exhausting. Would I take the same decision again? I definitely would, but next time, I would only cycle and not take any trains and busses. For our trip, however, this way was the right one, and the cause of many lovely acquaintances and funny situations.

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Autun, Frankreich. // Autun, France.

Es gibt nicht viele Menschen, mit denen ich freiwillig über einen längeren Zeitraum Tag und Nacht verbringen würde, geschweige denn, mich mit ihnen auf ein solches Abenteuer einzulassen. Aber ich bin immer noch glücklich-erstaunt, wie unkompliziert unsere Reise zwischenmenschlich war. Sicherlich hat jede von uns ihre Spleens, wir haben jedoch relativ schnell gegenseitig mit unseren „Monstern“ umzugehen gelernt: Zsuzsi wird ungemütlich, wenn sie morgens keinen Kaffee hat, ich, wenn ich nichts Anständiges zu essen finde. Auch die Aufgabenteilung hat prima geklappt: Zsuzsi ist eine Google-Meisterin; sie hat immer sämtliche Routen und Verbindungen geplant, und sie findet selbst die verstecktesten Informationen online. Ich war im Gegenzug für Fahrradreparaturen zuständig und im Einsatz, wenn es darum ging, schwerere Gewichte zu heben oder die Räder in den Zugstellplätzen einzuhängen. Insgesamt würde ich sagen, dass wir ein ausgezeichnetes Team waren. Danke, Zsuzsi! <3

There are not many people with whom I could have imagined doing this trip, and I’m still amazed how easy our tour was social-wise. We both like to chat, but we also enjoy silence the same way, and there never was a problem with spending whole evenings blogging, surfing, or reading each. We got to know each other’s little spleens and „monsters“ (like the coffee monster which turns up when Zsuzsi doesn’t get her morning coffee and mine when I am being hungry); and we perfectly complemented each other on the road: While Zsuzsi took on the navigation and web research of the routes, being able to find even the most hidden and unavailable information online, I was responsible for storing, and hanging up, our bikes in trains and busses, fixing technical problems, and for carrying heavier stuff. All in all, I would say we were a perfect match. Thank you, Zsuzsi <3

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Komplett beladen in Figueres, Spanien.// Fully loaded in Figueres, Spain.

Für diejenigen unter Euch, die sich für die praktischen Details interessieren: Wieviel Gepäck haben wir mitgenommen? Jede von uns führte ca. 20kg mit sich: in zwei Hinterradtaschen und und einem großen Packsack, die ausreichend Platz für Schlafsack, Klamotten, etwas Werkzeug/Ersatzteile und Kosmetik boten; einem kleinen Rucksack (für Laptop, Reisepass, Dokumente und einen kleineren Geldvorrat) und einer kleinen Lenkertasche für alles, was immer schnell bei der Hand sein musste (wie Handy, Kamera, Kleingeld, Stift und Papier, Taschenmesser, Kompass, Essen). Alle Taschen waren natürlich wasserfest, versteht sich. Und während Zsuzsi unser 2,4kg-Zelt transportierte, führte ich die Fahrrad-Transporttaschen mit, die TranZbag uns gesponsert hatte.

For those among you who are curious about the more practical things: how much luggage did we carry with us? Both of us had ca. 20kg in total: two back panniers and one large dry bag offering enough volume for a sleeping bag, clothing, some tools and cosmetics; one backpack each (containing mini laptop, passport, documents, a little money storage); and one small handle-bar bag for the things that needed to be quick by hand (mobile phone, photo camera, some money, pen and paper, pocket knife, compass, food, …) – everything water-proof, of course. While Zsuzsi was transporting our 2,4kg tent, I was carrying the two transport bags for our bikes that TranZbag had sponsored us (1kg each).

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Auf- und Abbau: Flughafen Tunis, Tunesien. // Packing and unpacking: Tunis Airport, Tunisia.

Da die großen Hinterradtaschen kein technisches Gerät enthielten, konnten wir sie notfalls in den Zugwaggon werfen, wenn die Zeit knapp war, sie in überfüllte Laderäume von Bussen quetschen oder sie an weniger vertrauenserweckenden Orten zwischenlagern. Ich entschied mich dabei für zweimal 40l „Ortlieb Back-Roller Plus“ und die zugehörige 7l „Ultimate 6 Plus“ Lenkertasche. Unsere 26l-Rucksacke nutzten wir für Tagestouren und dafür, unsere wichtigsten Wertsachen möglichst nahe am Körper zu tragen. In unseren großen 70l-Packsäcken konnten wir alles andere Gepäck für Flugstrecken zusammenpressen, um zusätzlich zum Fahrradtransport nur ein normales Gepäckstück bezahlen zu müssen.

As the larger back panniers contained no technical supplies, we could easily throw them onto the train when in a hurry, squeeze them into storage rooms of busses where there wasn’t much space, or leave them in not so trustworthy storage spaces for some time. I chose the flexible Ortlieb Back-Roller Plus (2x40l); my handle-bar bag was the matching Ultimate 6 Plus (7l). Our small 26l backpacks we used for the day-trips, and for our most valuable and expensive things, in order to keep them as close as possible all the time. In the large dry bags (70l), we could fit all other stuff in when we took the airplane, so that we had only this one normal piece of luggage plus the bike transport to pay.

Es war schwierig, zu entscheiden, was alles mitkommen sollte, aber am Ende habe ich tatsächlich nichts vermisst. Da wir zwischen Oktober und Januar, von Zentraleuropa bis Nordafrika unterwegs waren, mussten wir auf alle Temperaturen zwischen unter 0 und 30°C alleine in Spanien und auf muslimische Bekleidungsvorschriften vorbereitet sein. Das tägliche Fahrradfahren erforderte einen Grundstock an funktionaler Kleidung, die wir nach Bedarf mit einfachen Shirts oder – bei besonderen Anlässen – mit einer Bluse und/oder multifunktionalen Tüchern/Schals aufwerteten. Neben Wanderschuhen (von Scarpa), die leicht genug für den täglichen Einsatz waren, aber an Sohle und Knöchel genug Stabilität für längere Besichtigungstouren und archäologische Kraxeleien boten, hatte ich noch ein paar leichte Sneakers dabei. Da unsere Reise uns nur durch besiedelte Regionen führte, waren aber auch immer Orte in der Nähe, an denen man notfalls Fehlendes hätte nachkaufen können. Während unserer längeren Aufenthalte an einem Ort, z. B. in Madrid oder über Neujahr in Rom, wo uns unsere Männer besuchten, hatten wir zudem die luxuriöse Option, Dinge gegen Auftragslieferungen von zu Hause auszutauschen.

It was hard to decide which things to take with us, but in the end, I did not miss any single thing during the trip. Since we were bike touring between October and January, with temperatures ranging from below 0°C in the mountains to 30°C on the coast in Spain alone, and with Muslim countries included which required appropriate clothing as women, we needed to be prepared for everything. Cycling almost every day required quite some functional clothing which I combined with casual shirts and multifunctional scarfs, or my only blouse, for „special“ (i.e. more chique) occasions. Apart from my Scarpa hiking boots, which were comfortable enough to wear them every day but at the same time solid for archaeological hiking trips, I brought one pair of lightweight sneakers with me. As our trip led us only through inhabited areas after all, we were always around towns where we would have been able to buys anything missed. During longer stays, like in Madrid or Rome, when our men were visiting us, we could even exchange some things against stuff brought from home.

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Volumenreduzierung. // Volume reduction.

Viele praktische Alltagsdinge lernt man erst auf Tour kennen, und über Manches, was jetzt folgt, kann man sich vermutlich nur als Bikepacker freuen:

Some of the practical issues that you only get to know on the road. So here are some of the joys you only know as a bikepacker:

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Wenn man mit beiden Fahrrädern und allem Gepäck in einen Aufzug passt.

When you fit into one single elevator with two bikes and all the luggage.

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Barrierefreie Zugänge.

Barrier-free access.

Unabhängige Nahrungsversorgung (vor allem: Kaffee und Schokolade)!

Independent food-supply (coffee and chocolate)!

20171020_152535Wenn das Licht in der Zugtoilette nicht funktioniert, aber Du eine Stirnlampe dabei hast, weil Du Archäologin bist.

When there is no light in the train toilet, but you are an archaeologist, so you have a headlight with you.

 

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