Reisen / Travel

Marrakesch, die zweite

Dieses Jahr war ich das zweite Mal in Folge im Dezember in Marrakesch; die Stadt hat für mich nichts von ihrer Faszination und Exotik eingebüßt, auch wenn sie gleichzeitig in vielerlei Hinsicht recht europäisch und sehr touristisch ist. Marrakeschs Medina ist so groß, dass man ihn ihr täglich neue Ecken entdecken kann. Letztes Jahr habe ich mit meiner Mutter und ihrem Freund im Nordwesten, nahe der Bab Doukkala, im schönen Riad Nasreen, gewohnt. Diesmal sind Zsuzsi und ich im preiswerten, aber sehr charmanten Riad Bernard/Dar Loula im Süden, nahe dem Bahdi-Palast untergekommen.

This year was the second time in a row that I was in Marrakesh in December, and the city still remains exotic and fascinating for me, even if it is, at the same time, quite European in many aspects, and very touristy. Last year, I stayed in the elegant Riad Nasreen, in the north western part of the medina, close to the Bab Doukkala, with my mother and her partner. This time, Zsuzsi and I rented a room in the inexpensive but charming Riad Bernard/Dar Loula in the South, close to the Bahdi Palace.

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Frühstück im Riad Dar Loula. // Breakfast at Riad Dar Loula.
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Frühstück im Riad Dar Loula. // Breakfast at Riad Dar Loula.

Die weite Strecke von Rabat über Casablanca nach Marrakesch haben wir ganz bequem mit den Fahrrädern im Bus zurückgelegt; in Marrakesch selbst sind Fahrradfahrer, im Gegensatz zu anderen marokkanischen Städten, ein vielgesehenes Phänomen: Für Touristen gibt es eigene Fahrradverleihläden, und die Marrokaner selbst bewegen sich mit den verschiedensten Vehikeln auf zwei, drei oder vier Rädern genauso wie auf Eseln, Eselskarren und Pferdekutschen durch die Stadt. Das mag gewöhnungsbedürftig sein, für uns war es nach den bisherigen zweieinhalb Monaten auf dem Rad aber keine besondere Herausforderung mehr.

We travelled the comparatively long distance from Rabat via Casablanca to Marrakesh with the bikes on the bus. In Marrakesh, cycling is common: There are shops renting bikes to tourists, and in the narrow streets of the medina, people drive vehicles with two, three, or four wheels, with donkeys or horses in front. This seems chaotic at first sight; for us, after two and a half months of cycling, however, it was not too challenging.

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Straßenleben in der Medina von Marrakesh. // Marrakesh, medina streetlife.
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Straßenleben in der Medina von Marrakesh. // Marrakesh, medina streetlife.

Ich weiß, dass es ein Frevel ist, das auszusprechen, aber der Bahdi-Palast in Marrakesch hat mich sehr viel mehr beeindruckt als die Alhambra in Granada. Die Details seiner Innenausstattung, bunte Kacheln, Stuck- und Holzarbeiten ebenso wie seine Innenhöfe und Gärten sind einfach wundervoll – vielleicht konnte ich sie aber auch nur mehr genießen, weil wir nicht mit hunderten von anderen Leute in die Räume gezwängt waren? Und natürlich ist islamische Architektur in Spanien und Europa per se außergewöhnlicher.

I know it is a sacrilege to say it, but I was much more impressed by the Bahdi palace in Marrakesh than by the Alhambra in Granada. The details of its interior design, the beauty of its tiles, stucco and wood work, as well as the beautiful gardens and courtyards were incredible – or maybe I just enjoyed it more because we did not have to share the space with several hundred other visitors? And, of course, islamic architecture is in Spain and Europe, per se, more extraodinary.

Wir haben auch ein charmantes Örtchen gefunden, um unseren Hunger mit einer exzellenten Pastilla zu stillen: Das kleine, aber sehr hippe Restaurant „Fox Art Food“ nahe dem jüdischen Viertel, der Mellah, in der . „Wie in Berlin, oder?“, fragte uns sein Inhaber strahlend; und es stimmt: dieses Lokal würde in jeder europäischen Metropole seinen Platz finden. Nach dem Essen darf sich jeder Gast auf einer Serviette verewigen, und so haben nun auch zwei gemalte Löwinnen ihren Platz unter den Füchsen gefunden.

We also found a lovely spot to fight our hunger with an excellent pastilla: The restaurant „Fox Art Food“, a small but very trendy location near the Jewish quarter, the Mellah, in the . „Like in Berlin, isn’t it?“, the owner asked, smiling. And it is true: This cool restaurant would fit in every European capital. After your meal you can leave your signature or drawing on a paper napkin that is pinned on the wall, so there are now two lionesses among the many foxes.

 

 

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